Loslassen und malen

Ich möchte Sie heute herzlich dazu einladen, sich ein großes Blatt Papier, Pinsel, Stifte und Ihre Lieblingsfarbe(n) zu nehmen.

Lesen Sie sich bitte zuerst  die folgende Zen Geschichte durch und verweilen Sie ein wenig darin .

Sicher werden Ihnen viele Gedanken dazu kommen.

Vielleicht sehen Sie sich  eher in der Rolle des helfenden Mönches, vielleicht kennen Sie aber auch die Rolle des kritisierenden Mönches.

Möglicherweise spielt es keine Rolle… und eigene Geschichten, Bilder und Ereignisse zeigen sich in Ihrem Inneren … Ganz so wie es sein darf und genau so, wie es für Sie richtig erscheint…

Lassen Sie los und fühlen in sich hinein… und nun beginnen Sie Ihr eigenes Bild vom Loslassen zu malen.

Ich wünsche Ihnen eine heilsame Zeit darin und letztlich

ein wertvolles „Loslassen-Bild“.

Ihre

Panajota Tserkesi

 

Zwei Mönche auf Wanderschaft

Zwei Mönche waren auf der Wanderschaft. Eines Tages kamen sie an einen breiten Fluss.

Am Ufer angekommen, sehen sie dort eine junge Frau in wunderschönen Kleidern. Offenbar wollte sie über den Fluss, doch da das Wasser sehr tief war, konnte sie den Fluss nicht durchqueren, ohne ihre Kleider zu beschädigen.

Ohne zu zögern ging der ältere Mönche auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf der anderen Flussseite setzte er sie trocken ab.

Die junge Frau bedankte sich voller Freude und ging ihres Weges.

Nachdem der jüngere Mönch auch durch den Fluss gewatet war, setzten die beiden Mönche ihre Wanderung fort.

Nach etwa einer Stunde fing der jüngere Mönch an, den anderen zu kritisieren: ” Du weißt schon, dass das, was du getan hast, nicht richtig war, nicht wahr? Du weißt, wir dürfen keinen nahen Kontakt mit Frauen haben. Wie konntest du nur gegen diese Regel verstoßen?”

Der ältere Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortete er: “Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt – warum trägst du sie immer noch mit dir herum?”

(Geschichte aus Zen frei erzählt)